Bio

Jeanne Schmid wurde an der Kunsthochschule in Genf ausgebildet und begann ihre Karriere als Bildhauerin. Zehn Jahre lang erforscht sie in ihrer künstlerischen Arbeit die Linie als Mittel zur Definition des Raums. Ausstellungen, Wettbewerbe und Residenzen führten sie durch ganz Europa, bis ein tragischer Autounfall ihr Leben und ihre Kunst auf den Kopf stellte.
Nach mehreren Jahren auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn definiert Jeanne Schmid ihr künstlerisches Vokabular neu und erweitert es auf Foto-, Video- und Audiokunst.
Im Jahr 2012 wird ihr Videoinstallationsprojekt „états d’âmes“ mit einem Stipendium des Eidgenössischen Kulturdepartements der Schweiz ausgezeichnet.
Parallel zu ihren neuen Forschungen nähert sich die Künstlerin allmählich der Malerei an und stellt regelmäßig in verschiedenen Regionen der Schweiz aus. Seit 2012 hat Jeanne Schmid an mehreren Residenzen und Kunstprojekten in ganz Europa teilgenommen. Ihre Arbeiten sind Teil der ständigen Sammlung des Museums von Montreux sowie mehrerer privater Sammlungen.
Kunstansatz

Ich arbeite in der Malerei mit Tinten, Pigmenten, pflanzlichen Färbungen sowie mit gemahlenen Erden und Steinen. Anstelle von Acrylfarben entwickle ich meine Nuancen aus dem Material selbst und widme der Vorbereitung der Bildträger besondere Aufmerksamkeit.
Die Spur meiner Gesten legt sich ab.
Einfach und wesentlich, auf der Oberfläche.
Inspiriert von der Zen-Malerei und dem Motiv des Ensō entwickle ich auch Vorstöße in eine imaginäre, oft mineralische Landschaft.
Das Material begleitet, meditativ.
Es schreibt die Spur meiner Bewegung in eine gewisse Dichte ein und fördert so die Reflexion über die materiellen Bedingungen, die meine Arbeit prägen.
So verbinden sich seit einigen Jahren Pulver und Pulpen mit Papier und führen mich erneut in die dritte Dimension.
Volumen entstehen, Objekte organisieren den Raum.
Zeit und Erinnerung hinterlassen dort ihre Spur.
In einer spiralförmigen Bewegung schließt ein Moment eine Ebene im Zyklus der Zeiten und öffnet zugleich neue Entwicklungen.
Meine Arbeit bringt mich der Natur näher, dem, was lebt und sich um uns wandelt.
Sie lädt dazu ein, für unseren Lebensraum Sorge zu tragen — für das, was ihn ausmacht… und für das, was ihn fragil macht.
